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8 Tipps, die Zielgruppe in Krisenzeiten zu erreichen – auch analog

Für viele Haupt- und Ehrenamtliche von gemeinnützigen Organisationen brachte Corona eine ganz neue Herausforderung: die Kontaktaufnahme mit der Zielgruppe, wenn Veranstaltungen abgesagt und Schulen und Seniorenheime für Besuche geschlossen sind. Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, ist allerdings keine Option, denn Projekte wollen umgesetzt und Fördernde überzeugt werden.

Wenn wir die eigenen vier Wände nicht verlassen dürfen und alle Veranstaltungen für die kommenden Monate abgesagt werden, kann es schwer werden, die eigene Zielgruppe zu erreichen. Mit diesen acht Tipps haltet ihr Kontakt!

1. Zielgruppe analysieren

  • Wen wollt ihr eigentlich ansprechen?
  • Wo halten sich diese Menschen auf?
  • Welche Kommunikationskanäle lohnen sich für euch?

Nehmt euch die Zeit, einen genauen Blick auf eure Zielgruppe zu werfen. Nur wer seine Zielgruppe wirklich kennt, kann sie auch erreichen!

2. Zielgruppe ins Digitale holen

Eure Zielgruppe ist noch nicht digitalaffin? Dann begleitet sie doch auf ihrem Weg! Bietet Telefon- oder Einzelsprechstunden für die Einrichtung der digitalen Kanäle an und zeigt die Vorteile der digitalen Kommunikation auf – vor allem in Krisenzeiten.
Vielleicht könnt ihr auch die notwendigen technischen Endgeräte sammeln und spenden. Das Jahr 2020 hat uns mehr denn je gezeigt, wie wichtig die digitale Vernetzung unserer Gesellschaft ist. Gleichzeitig birgt sie die Gefahr des Ausschlusses. Für zivilgesellschaftliche Organisationen ist es eine wichtige Aufgabe, diesen Ausschluss von Teilen der Gesellschaft zu verhindern.

3. Soziale Medien bestmöglich nutzen

Wenn ihr bisher vorwiegend einseitig in den sozialen Medien kommuniziert haben, dann ist jetzt der richtige Moment, um das zu ändern. Findet heraus, welche Kanäle von eurer Zielgruppe genutzt werden und konzentriert euch auf die ein bis zwei wichtigsten. Und jetzt geht in den Austausch! Social Media funktioniert nicht, in dem ihr einfach von euren Projekten berichtet. Die Interaktion ist der Schlüssel zum Erfolg. Stellt Fragen, gebt Antworten und schafft Raum für Austausch.

4. Baut einen Mailverteiler auf

Das Potential der E-Mail wird oft unterschätzt. Menschen, die euch ihre Mailadresse geben, haben Interesse daran, mit euch in Kontakt zu bleiben. Pflegt diese Adressen und sendet Newsletter mit Mehrwert für die Zielgruppe.
Doch um neue Menschen zu erreichen, müsst ihr mit eurem Newsletter sichtbar werden. Vielleicht könnt ihr einen kleinen Online-Workshop zueuren Themen anbieten und damit neue Interessierte auf euch aufmerksam machen? Auch ein digitales Kaffeetrinken oder Online-Sprechstunden zu euren Projektthemen können erfolgreich sein. Bei Anmeldung bittet ihr die Teilnehmenden um ihre Mailadressen und bietet euren Newsletter an.

5. Kümmert euch um die bestehenden Kontakte

Bereits im Frühjahr berichteten verschiedene NGOs in unserer virtuellen Kaffeepause von ihren Erfahrungen mit dem Zielgruppenkontakt in Krisenzeiten. Besonders erfolgreich waren solche Organisationen, die Zeit und Energie in die Pflege ihrer Kontakte gesteckt haben. So wurde viel telefoniert und sich erkundigt, wie es den Menschen während der Corona-Einschränkungen ging. Tür-Gespräche sorgten für ein Wir-Gefühl trotz Abstand. Diese Gespräche ermutigten die Menschen dazu, sich schließlich auch auf die neuen digitalen Angebote der Vereine und Stiftungen einzulassen.

6. Nutzt die Messenger-Dienste für Bestandskontakte

Fragt eure bestehenden Kontakte nach ihren Handynummern und richten Sie bei Interesse eine Gruppe in einem Messenger-Dienst ein. Hier können die Menschen, die sonst analog in Kontakt blieben, nun zumindest über das Handy in Austausch treten. Und ihr habt die Möglichkeit, neue digitale Angebote schnell und unkompliziert an die Zielgruppe zu bringen.

7. Ganz klassisch: Aushänge funktionieren immer

Trotz verschiedener Lockdowns müssen wir alle irgendwann einkaufen gehen. Supermärkte, Bäckereien und weitere Geschäfte des öffentlichen Lebens bleiben offen. Nachdem ihr analysiert haben, wo sich eure Zielgruppe aufhält, solltet ihr an den richtigen Orten sichtbar werden. Aber Achtung: Klassische Texte werden schnell übersehen. Wie wäre es mit einem Call-To-Action über Abreißzettel? Habt ihr auffällige Grafiken oder Fotos? Auch Listen, die ausgefüllt werden können, können für Nachbarschaftshilfen und ähnliches verwendet werden. Oder lasst eure Follower im Digitalen die Aushänge aufspüren und abfotografieren, macht ein Gewinnspiel daraus. Seid kreativ!

8. Nutzt die gute alte Post

Heutzutage bekommen wir per Post fast nur noch Rechnungen. Nutzt den Überraschungseffekt und versendet besondere Postkarten, die eine Freude machen. Gebt eure Kontaktdaten wie Telefonnummern und auch eure digitalen Kanäle an. Zeigt eurer Zielgruppe, dass ihr für sie da seid!
Vielleicht merkt ihr während der Krise, dass ihr bisher gar keine gepflegten Listen euren bestehenden Kontakte habt oder dass es an Datenschutzerklärungen fehlt, die euch die Kontaktaufnahme ermöglichen. Lernt aus diesen Fehlern und nutzt die Zeit, in denen die Projektarbeit weniger intensiv umgesetzt werden kann, um eure Kontakte zu pflegen und mit euren Projekten für neue Kontakte sichtbar zu werden.
Denn 2020 zeigt uns vor allem Eines: Eine solche Krise kann uns immer wieder treffen – dann sind wir doch besser vorbereitet!

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