Ob Geschäftsmodell, Finanzierung oder Führung: das Beratungsteam des SKala-CAMPUS hilft gemeinnützigen Organisationen dabei, strategische Schärfe zu entwickeln und den gesellschaftlichen Impact zu erhöhen.
– Im Interview erläutern Gesche Thörl und Leona Picker, beide aus dem CAMPUS-Beratungsteam, wie der Beratungsalltag aussieht.
Mit welchen Fragen kommen Organisationen typischerweise zu euch?
Leona: Viele Organisationen kommen mit sehr konkreten Anlässen: die Finanzierung wackelt, die Strategie greift nicht, Teams sind überlastet. Darunter liegt fast immer etwas Grundsätzlicheres: fehlende Klarheit. Klarheit darüber, was eigentlich wichtig ist, wer entscheidet, worauf Ressourcen wirklich einzahlen sollen. Unsere Arbeit beginnt oft genau dort.
Gesche: Die Bandbreite ist immens. Wir erhalten Beratungsanfragen von Gründer*innen und sehr jungen Organisationen bis hin zu etablierten Akteuren, die ihre Finanzierungsstrategien überarbeiten wollen oder die Fragen zu einem professionellen Non-Profit-Management umtreiben.
Und denen gebt ihr dann Fachwissen weiter …?
Leona: Fachwissen, gepaart mit Erfahrungswissen. Die meisten Organisationen scheitern nicht am fehlenden Fachwissen, sondern daran, dass sie viele Themen gleichzeitig bedenken müssen: Finanzierung, Kultur, Führung, Wirkung … Beratung heißt für uns, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und Organisationen dabei zu unterstützen, Entscheidungsgrundlagen herzustellen.
Gesche: Neben dem kollegialen Sparring bieten wir einen zugewandten, konstruktiven Blick von außen. Wir möchten, dass Organisationen aus eigener Kraft authentische Lösungen entwickeln.
Wir verbinden Erfahrung mit Neugier: Jede Organisation tickt anders, und genau das ist ihr Potenzial.
Was ist euch in der Zusammenarbeit mit Organisationen besonders wichtig?
Leona: Nachhaltigkeit und Befähigung! Schnelle Lösungen helfen, bekämpfen aber die eigentlichen Ursachen nicht. Uns ist wichtig, dass Organisationen verstehen, warum sie etwas tun und wie sie das Ruder in die richtige Richtung lenken können.
Gesche: Ganz kurz runter gebrochen fallen mir zwei wichtige Komponenten einer erfolgreichen Zusammenarbeit ein: Klarheit und Wertschätzung. Wertschätzung gegenüber der bereits geleisteten Arbeit, der Prozessbeteiligten und den gemeinsamen Zielen. Klarheit über Ursache-Wirkungsgefüge, Erwartungen und Rollen.
Woran merkt ihr, dass eine Organisation wirklich bereit für Veränderungen ist?
Leona: Wenn sie bereit ist, sich ehrlich mit sich auseinanderzusetzen. Wenn sie bereit ist, Dinge infrage zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Veränderung beginnt mit der inneren Haltung.
Wie geht ihr vor, wenn Organisationen mit sehr diffusen Problemen zu euch kommen?
Gesche: Diffuse Probleme sind eher die Regel als die Ausnahme. Wir nehmen das Anliegen auseinander und sortieren es gemeinsam. Symptome von Ursachen trennen, Muster erkennen, Zusammenhänge sichtbar machen. Dann sprechen wir über die nächsten Schritte.
Was passiert nach einer Anfrage?
Leona: Wir hören zu und stellen viele Nachfragen, bis wir die Herausforderung durchdrungen haben. Ziel ist es, ein gemeinsames Bild zu entwickeln, bevor wir Maßnahmen festlegen.
Wie stellt ihr sicher, dass eure Beratung nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern tiefer reicht?
Leona: Wir fragen nicht nur, was nicht funktioniert, sondern vor allem, warum etwas nicht funktioniert. Dann setzen wir die verschiedenen Puzzleteile zusammen und betrachten das Problem im Gesamtkontext der Organisation. Probleme entstehen ganz selten isoliert.
Welche Probleme begegnen euch in Non-Profit-Organisationen immer wieder?
Leona: Wir setzen uns häufig mit Fragen der Projektlogik, fehlender Priorisierung, unklarer Entscheidungswege und unflexibler Finanzierung auseinander. Häufig rutschen Organisationen in ihrem stressigen Alltag in ein ständiges Reagieren. Sie steuern nicht mehr bewusst. Das führt zu Defiziten!
Gesche: Große Verschiebungen beobachten wir zum Beispiel durch KI oder auch in der Verfügbarkeit und Vergabe von Fördermitteln. Als Folge haben wir immer wieder Projekte auf dem Tisch, in denen es im Wesentlichen um eine Neuausrichtung der Organisations- und Finanzierungsstrategie geht. Mal mit stärkerem Fokus auf Wirkungsmanagement, mal mit Fokus auf Fundraising.
Wir bringen Klarheit, Struktur und Orientierung in strategische Themen!
Warum sind Finanzierung und Fundraising so oft ein Problem?
Leona: Finanzierung ist eine Führungsaufgabe, und das ist vielen Organisationen gar nicht so klar. Da gibt’s eine Stabsstelle, und die muss dann Gelder ranschaffen. Kurzfristig kann das helfen, langfristig braucht es aber strategische Entscheidungen.
Gesche: Eine strategische Finanzierung erfordert Klarheit in drei Aspekten. Erstens, ein klares, realistisches Zielbild, also eine Vorstellung davon, wo man in ein paar Jahren stehen will und was dieses Ziel konkret kostet. Nur wer seine Vision in Zahlen übersetzen kann, kann sie auch finanzieren. Zweitens, erfolgreiche Finanzierung ist immer ein Balanceakt zwischen der Perspektive der Fördernden und den eigenen strategischen Interessen. Es geht darum, offen und flexibel zusammenzuarbeiten, ohne die eigene Richtung aus den Augen zu verlieren. Drittens, Strategie und Umsetzung müssen eng verzahnt sein. Ein Plan nützt wenig, wenn er im Alltag keine Rolle spielt. Und umgekehrt braucht gute Umsetzung eine klare strategische Grundlage. Wenn diese drei Dinge zusammenkommen, ist schon viel gewonnen. Den Rest bekommt man dann meist auch hin.
Warum scheitern Strategien in der Praxis oft, obwohl sie fachlich gut sind?
Leona: Häufig sind Strategien nicht im Alltag einer Organisation verankert. Sprich: Sie werden nicht in Entscheidungen, Prioritäten und Routinen übersetzt. Dann verlieren sie ihre Wirkung.
Im Non-Profit-Sektor stehen Haltung, Wirkung und Realität oft in Spannung zueinander. Genau da setzen wir an: Wir lösen, was lähmt, damit Engagement wieder Kraft entfalten kann.
Was blockiert Organisationen am häufigsten?
Leona: Fehlende Klarheit. Und das ist kein Wunder: Gemeinnützige Organisationen müssen mit oft knappen Ressourcen komplexe Aufgaben bewältigen. Da geht der strategische Überblick oftmals verloren und die Orientierung fehlt.
Woran erkennt ihr, dass eure Beratung wirklich geholfen hat?
Gesche: Wenn Entscheidungen leichter fallen und Prioritäten klarer sind! Dann haben Organisationen ihren Kompass zurück.
Was können Organisationen realistisch von einer Beratung erwarten und was nicht?
Leona: Wir bringen Klarheit, Struktur und Orientierung in strategische Themen. Wir bieten aber keine Abkürzungen oder Patentrezepte. Veränderung braucht immer eigenes Engagement.
Was würdet ihr Organisationen raten, die unsicher sind, ob sie Beratung brauchen?
Gesche: Schreibt uns eine Mail und beschreibt euer Anliegen! Wir freuen uns, mit euch gemeinsam herauszufinden, wie es am besten weitergehen kann.







