Praxistipp

Kooperationen mit anderen Non-Profits: Das braucht ihr für wirkungsorientierte Partnerschaften

Bei Kooperationen geht es darum, mit vereinten Kräften auf eine Vision hinzuarbeiten | Vlad Hilitanu, Unsplash

So stellt ihr euer Team in puncto Analyse, Kommunikation und Wirkungsorientierung gut auf

Das Beste vorneweg: Die Zeit der einsamen Held*innen ist vorbei. Bei Kooperationsprojekten im Sinne Gemeinsamen Wirkens geht es darum, mit vereinten Kräften auf eine Vision hinzuarbeiten. Deshalb muss nicht eine Person allein die folgenden Fähigkeiten draufhaben – vielmehr könnt ihr euch im Team gegenseitig ergänzen.

1. Analyse – die Fähigkeit, den Dingen auf den Grund zu gehen

Eure Vision steht fest und ihr wollt endlich loszulegen? Haltet kurz inne und überlegt genau: Auf welcher Ebene soll das gesellschaftlichen Ziel wirken, das wir verfolgen?

Praxisbeispiel: Angenommen, bei eurem Projekt handelt es sich um eine Verkehrswende-Initiative. Wollt ihr die Situation in einer Straße verändern, in einem Quartier, in einer Stadt oder im ganzen Land?

Eine weitere analytische Fähigkeit besteht darin, die Perspektive zu wechseln und sich in andere Akteur*innen hineinzuversetzen.

Praxisbeispiel: Was sagen die Autobesitzer*innen zu eurer Verkehrswende-Initiative? Was die Verkehrspolitiker*innen, die Stadtplaner*innen und was der Fahrradladen um die Ecke?

Je größer euer Projekt ist, umso komplexer dürfte es sein. Deshalb ist es wichtig, dass ihr komplizierte Sachverhalte einfach und verständlich formuliert. Es hilft, dabei in klaren Problem- oder Lösungshypothesen und Szenarien zu denken.

Auch solltet ihr euch die Frage stellen: Welche Annahmen und Haltungen existieren bereits zum Inhalt eures Projekts? – Indem ihr euch vorab darüber informiert, könnt ihr eure Botschaften und Argumente klar und überzeugend vorbereiten.

Praxisbeispiel: Bestehende Annahmen zur Verkehrswende-Initiative könnten sein, dass die Straßen für Autos da sind oder dass genug Parkplätze gebraucht werden.

2. Kommunikation – die Fähigkeit, Akteur*innen anzusprechen und einzubinden

Wo viele Akteur*innen mit verschiedenen Sichtweisen zusammenarbeiten, gibt es meist Unterschiede – und das ist gut so. Wichtig ist nur, diese Unterschiede als Stärken wertzuschätzen.

Am besten ihr fangt damit an, zuerst eure Gemeinsamkeiten zu betonen, wie zum Beispiel die Vision, die ihr teilt. Unterstützt eure Partner*innen dabei, ihre eigenen Ziele zu erreichen. Denn die Erfolge der Einzelnen sind auch immer die Erfolge der Gemeinschaft.

Praxisbeispiel: Wenn sich die Bezirkspolitikerin mit klimafreundlicher Politik Mehrheiten in ihrem Quartier verschaffen kann, haben alle gewonnen – auch eure Verkehrswende-Initiative.

Der Austausch mit anderen Akteur*innen steht und fällt auch damit, dass ihr eine gemeinsame und verständliche Sprache sprecht. Diese sollte möglichst konkret und greifbar sein, um Missverständnisse zu vermeiden und schnell zum Punkt zu kommen. Macht die Probleme spürbar, die ihr lösen wollt und verwendet Beispiele, Bilder und Metaphern. Und vergesst dabei nicht, klar und deutlich eure Lösungsansätze aufzuzeigen.

3. Handeln – die Fähigkeit, wirkungsorientiert und pragmatisch weiterzumachen

Während der Arbeit an eurem Projekt wird sich immer wieder die Frage stellen: Wie geht’s jetzt weiter? Für die Antwort müsst ihr noch nicht die ganze Reise durchgeplant haben.

Es reicht, mit dem Ansatz weiterzumachen, der das höchste Wirkungspotenzial hat. Und wenn ihr es euch erlaubt, laufend dazuzulernen. Indem ihr bewusst Lernschleifen und Raum für Reflexionen einbaut, werdet ihr noch bessere Entscheidungen treffen. Fehler sind keine Zeitverschwendung – sie können euch sogar schneller zum Ziel bringen.

Und übrigens: Der nächste Schritt sollte zwar wirkungsorientiert, muss aber nicht perfekt sein. Er muss nur gut genug sein, um weitermachen zu können. Eine gesunde Portion Pragmatismus nimmt den Druck raus und setzt neue Energien frei. Während des weiteren Prozesses könnt ihr immer noch Anpassungen vornehmen.

4. Resilienz – die Fähigkeit, für euch zu sorgen und motiviert zu bleiben

Wie kann ich meine persönlichen Ressourcen gut managen? Eine Frage, die ihr euch unbedingt immer wieder stellen solltet. Denn niemandem ist geholfen, wenn ihr beim Erreichen eurer Vision eure eigene Gesundheit und Motivation aufs Spiel setzt.

Damit das nicht passiert, solltet ihr ...

  • Verantwortung abgeben und teilen,
  • für euch und euer Team einen Raum zum Auftanken schaffen (z. B. regelmäßige Austauschtermine, Mentoring oder Coaching) und
  • euch regelmäßig an eure Vision erinnern – zum Beispiel in Teammeetings.

Seid ihr bereit für wirkungsvolle Kooperationen? 

  • Feedback von außen holen: Fragt Kolleg*innen, Partner*innen, Führungskräfte, auch Förderpartner*innen nach deren Einschätzung.  
  • Peer-Austausch aufbauen: Warum nicht einfach mal bei dem spannenden Projekt anrufen, mit dem ihr euch gerne austauschen wollt?
  • Inspirieren lassen und vergleichen: Schaut euch Blogs von anderen Projekten, Checklisten und Videos an. 
  • Professionelle Angebote nutzen: Natürlich könnt ihr auch an Webinaren, Weiterbildungen oder Coachings teilnehmen. 
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