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Schulen und Hochschulen wünschen sich gute Lehre. Studierende und Schüler*innen suchen nach interessanter, praxisnaher Bildung. Und in vielen Vereinen und Stiftungen fehlt es an frischem Wind und ehrenamtlicher Unterstützung. All diese Probleme lassen sich mit einem Konzept lösen: Service Learning. Doch wie wird man als Organisation Engagementpartner einer Hochschule?

Studierende oder Schüler*innen begleiten Projekte in Organisationen, sammeln dabei Praxis- und Engagementerfahrung und werden akademisch von Seiten ihrer (Hoch-)Schule begleitet. In unserer virtuellen Kaffeepause sprachen wir mit Annette Gisevius und Julia Kolbinger, die das Konzept des Service Learning an der Karlshochschule umsetzen.

Im Rahmen des Lernens durch Engagement, wie es auch genannt wird, begleiten Studierende in Kleingruppen ein Semester lang eine gemeinwohlorientierte Organisation. Diese profitiert nicht nur von dem jungen Blick auf eigene Themen, sondern auch von zeitlichen Ressourcen, die die Studierenden mitbringen. Gleichzeitig können die Hochschulen bessere Lehre anbieten und die Studierenden praxisnahe Lernerfahrungen sammeln.

Klingt nach einer echten Win-Win-Situation. Doch was sollte eine Organisation mitbringen, wenn sie ein Service-Learning-Partner sein möchte?

Annette Gisevius und Julia Koblinger teilen, worauf sie bei der Auswahl der Organisationen besonders achten:

  • Gemeinnützigkeit
    Bestenfalls ist eine Gemeinnützigkeit bereits vorhanden. Zudem sollte die Organisation die Gemeinwohlorientierung authentisch verkörpern und leben. In ersten Gesprächen wird das evaluiert.
  • Struktur
    Um eine gute Zusammenarbeit sicherzustellen, muss innerhalb der Organisation eine verlässliche Struktur vorhanden sein. Dabei geht es besonders um eine*n Ansprechpartner*in für die Studierenden. Es sollte für die Kommunikation mit den Lernenden mindestens eine Stunde pro Woche eingeplant werden. Dafür gibt es dann am Ende des Semesters ein ausgearbeitetes Projekt von den Studierenden.
  • Räumlichkeiten
    In der Organisation sollten Räume vorhanden sein, in denen Gespräche stattfinden und vielleicht auch Gruppenarbeiten durchgeführt werden können. Unter Corona-Bedingungen verliert dieser Punkt an Bedeutung. Stattdessen wird die Bereitschaft gefordert, sich auch digital intensiv mit den Studierenden auszutauschen (mehr dazu hier).
  • Projektidee
    Seitens der Engagementpartner sollte eine klare Vorstellung vorhanden sein, was die Studierenden übernehmen können und welches Ziel das jeweilige Projekt hat. Dabei geht es nicht darum, einfach mal mitzulaufen und sich anzusehen, wie eine NGO funktioniert. Die Lernenden sollen vielmehr einen Arbeitsprozess durchlaufen, in Zusammenarbeit mit den Ansprechpartner*innen Entscheidungen treffen und selbstständig Ideen entwickeln. Bestenfalls haben die Studierenden am Ende des Semesters ein Erfolgserlebnis und die Organisation ein schön umgesetztes Projekt, für das sie sonst keine Zeit gehabt hätte.
  • Diversitätssensibilität
    An der Karlshochschule sind Studierende aus aller Welt und mit vielfältigen Hintergründen eingeschrieben. Nicht nur deshalb ist es für die Projekte relevant, dass die beteiligten Organisationen eine gewisse Diversitätssensibilität mitbringen.

Aber wie genau läuft so ein Projekt ab? Dazu gibt es hier mehr zu lesen!

Autorin: Merle Becker

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