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Das Herz sozialer Geschäftsmodelle

[00:00:00] – Sabine Wiesmüller, Zeppelin Universität

Nachdem wir uns nun zunächst mit dem sozialen Problem und der Zielgruppe bzw. den Begünstigten befasst haben, können wir nun tiefer einsteigen und uns überlegen, mit welchem Angebot wir den Begünstigten helfen möchten. Hierfür ist es wichtig zu überlegen, was deine Zielgruppe zusätzlich zum bestehenden Angebot noch braucht. Wären bspw. Obdachlose deine Zielgruppe, könnte das auf der einen Seite Unterstützung bei Behördengängen oder aber auch den Zugang zu Verpflegung bedeuten. Zudem kannst Du dich an dieser Stelle dafür entscheiden, ein frei verkäufliches Produkt zu entwickeln. Um bei dem Beispiel der Obdachlosen zu bleiben, könnte das eine Zeitschrift sein, die der Gesellschaft verkauft wird, um die Ziele, hinsichtlich der Obdachlosen, die Du dir gesetzt hast, weiter zu verfolgen. Falls sich bei dir also Käuferkreis und Zielgruppe unterscheiden, kannst Du in diesem Feld auch den Käuferkreis notieren.

[00:01:01] – Christopher Köhler, Zeppelin Universität

An dieser Stelle des Social Business Modell Canvas stellst Du dir die Frage, was das Nutzenversprechen deines Angebotes ist. Beziehungsweise welcher Nutzen soll denn für deine Zielgruppe entstehen? Wichtig ist an dieser Stelle: Das Angebot ist nicht identisch mit dem Nutzenversprechen. Lass uns doch einmal das Beispiel eines Sprachkurses heranziehen. Wenn das Angebot zum Beispiel der Sprachkurs ist, wäre das jeweilige Nutzenversprechen, dass die Zielgruppe bzw. die Begünstigten anschließend die jeweilige Sprache beherrschen.

Tipp

Angebote und Nutzenversprechen lassen sich leicht verwechseln – sei genau bei der Formulierung! Angebote umfassen alle Maßnahmen, Produkte oder Dienstleistungen, die du der Zielgruppe zur Verfügung stellen möchtest, um das soziale Problem anzugehen. Also das, was du konkret herstellst oder tust. Sei hier spezifisch, denn das Angebot willst du ja später planen und umsetzen. 
Beispiele für Angebote: Ein Sprachkurs für geflüchtete Kinder und Jugendliche, Buntstifte in verschiedenen Hautfarben.

Das Nutzenversprechen hingegen ist das, was jede*r einzelne potenzielle Nutzer*in von deinem Angebot erwarten kann. Es motiviert sie oder ihn, daran teilzunehmen oder es zu benutzen. Dabei versprichst du typischerweise, ein Bedürfnis zu befriedigen oder ein Problem zu lösen. 
Beispiele für Nutzenversprechen: Deutschkenntnisse oder Spaß beim Malen.
Ebenfalls leicht zu verwechseln ist das Nutzenversprechen mit der Wirkung. Wirkung und Nutzenversprechen können überein stimmen, müssen es aber nicht: Hautfarben-Buntstifte bewirken mutmaßlich eine positive Haltung zu Diversität. Ein Kind nutzt sie vermutlich jedoch nicht deswegen, sondern weil es Spaß am Malen hat. Mehr dazu später.


Übung am Fallbeispiel

Führe dir wieder unser Fallbeispiel aus dem ersten Modul vor Augen.

Welche der folgenden Textbausteine sind geeignete Formulierungen für die Angebote und das Nutzenversprechen der Ackerpause?

Schiebe diese Textbausteine mit der Maus in die entsprechenden Felder des Social Business Model Canvas. Hinweis: Es können Textbausteine übrig bleiben!  


Steige tiefer ein: Bestehende Angebote überprüfen und weiterentwickeln 

Das Social Business Model Canvas soll dir dabei helfen, ein wirksames und wirtschaftlich tragfähiges Angebot zu entwickeln. Das Feld „Angebote“ kann mehr als eine einzelne Maßnahme umfassen. Es kann neben der Maßnahme als sozialer Leistung auch ein Produkt zur Generierung von zusätzlichen Einnahmen für die soziale Maßnahme enthalten. Sobald du sortiert hast, welches soziale Problem du angehen willst, und welchen Nutzen deine Zielgruppen haben sollen, ist deine Kreativität beim Entwickeln des Angebotes gefordert! Dabei ist es durchaus sinnvoll, bereits bestehende Angebote kritisch zu betrachten und weiterzuentwickeln.

Du hast dich mit Angebot und Nutzenversprechen beschäftigt.

Es folgen: Netzwerkpartner*innen und Kanäle.