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Die Pilotphase

[00:00:00] – Julian Siegmann, AckerCompany GmbH

Wir haben im Prinzip relativ viel, was wir aus dem Bildungsprogramm sonst so haben, auch probiert, 1:1 zu übersetzen. Und haben on top noch überlegt, ok, Teambuilding ist hier halt wichtig. Komm, wir probieren hier so was wie eine AckerChallenge mit einfließen zu lassen und hatten uns da so ein bisschen spielerisch so ein Gamification Element überlegt.

Bei der AckerChallenge war die Idee, wir teilen die Leute in Teams ein, jedes Team kümmert sich um ein Beet und da kann man dann Punkte sammeln über bestimmte Dinge, die man erledigt hat. Das können gärtnerische Sachen sein, wenn man irgendwie am Beet gegossen oder geerntet hat. Hast du ein Bodenlebewesen entdeckt und dann konnten die Leute dann Klebepunkte auf diesem Board verteilen. Und die Idee war jede Woche, wer am meisten Punkte gesammelt hat, kriegt irgendwie eine kleine Belohnung dafür.

Das Setting war eigentlich perfekt. Das war ein Start-up mit knapp 100 Mitarbeitern, die hier eine riesige Dachterrasse haben. Ja, allein die Vorstellung war schon schwierig, weil: Die Beete waren dann aufgebaut und bepflanzt. Und dann – ok, jetzt alle nochmal rein, und jetzt stellen wir dieses Board vor. Und dann musste man die Leute fast schon reinzwingen. Die wollten jetzt draußen bleiben und ein Bier trinken, nachdem sie die Beete aufgebaut und bepflanzt hatten. Also es hatte von Anfang an nicht so den besten Start, sage ich mal. Es ging ja darum, Gemüse anzubauen, und nicht, diese Klebepunkte zu sammeln. Das haben wir eben dadurch erfahren, dass das eben nicht das ist, worum es den Leuten eigentlich ging und auch nicht uns eigentlich ging.

Das war natürlich auch deprimierend. Wir hatten zu der Zeit eine Praktikantin, die hat ihre Masterarbeit zum Thema Gamification anhand der AckerChallenge geschrieben. Wir hatten uns ein bisschen Unterstützung aus dem Designteam geholt, um das Ganze auch hübsch aufzubereiten. Wir hatten das ganze Ding auf Deutsch und auf Englisch gestaltet, weil auch viele Englischsprachige in dem Unternehmen waren. Ja – am Ende hatte wir eine ganz klare Erkenntnis, dass es so nicht funktioniert.

Also insofern waren wir ein Stück schlauer am Ende.


Aus Fehlern lernen

[00:00:00] – Julian Siegmann, AckerCompany GmbH

Also wir haben zum einen gelernt, dass der Kern eigentlich schon das ist, was ausreichend ist. Wir gar nicht so viel drumherum machen müssen. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Leute unterstützt werden beim Gemüseanbau. Wir haben gelernt, dass die Informationen, die wir ihnen zukommen lassen, schnell und einfach verfügbar sein müssen, wenn es ums Gärtnern geht. Und wie organisiere ich mir die Beetpflege, dass das halt auch ein Thema ist. Und deswegen waren wir danach um die Erkenntnis reifer, es braucht im Prinzip eine mobile Lösung, eine App, um die Beetpflege zu organisieren und den Leuten zu sagen, was muss du konkret machen. Und eben mit AckerCoaches die Leute vor Ort motivieren und abholen und sie da wirklich reinbringen und ranführen und das Ganze aktiv gestalten. Das sind die Elemente, auf die es ankommt.

[00:00:52] – Sabine Wiesmüller, Zeppelin Universität

Also was man hier, denke ich, sehr schön mitnehmen kann, ist, dass sie einfach mal mit einem Prototypen begonnen haben. Also sobald die Idee da ist, wirklich eine erste Version von dem Produkt oder dem Service entwickeln und damit einfach auf Freunde zugehen, auf Familie zugehen, auf erste Kunden natürlich schon zugehen und versuchen, so eine Art wirkliche Reaktion zu bekommen. Weil ich denke, nur so ist es möglich, erste Ideen weiterzuentwickeln.

[00:01:14] – Christopher Köhler, Zeppelin Universität

Ja absolut. Und ich meine, es hat ihnen ja auch in der Weiterentwicklung ihres Produktes oder des Angebotes extrem weitergeholfen. Was man da aber entsprechend auch sieht, ist, dass Ideen, die man weiterentwickelt, nicht zwingend immer sofort funktionieren oder immer positiv sind. Also er hat ja gesagt: Naja, eigentlich hatten wir total das falsche Setting gewählt, um das entsprechend zu präsentieren. Die Leute hatten eigentlich ganz viele andere Sachen zu tun und haben dann aber entsprechend das Angebot angepasst. Ja, also aus ihren Fehlern gelernt. Und das ist, glaube ich, ein super wichtiger Aspekt in diesem Prozess, stetiges Lernen, Ideen weiterentwickeln und dann entsprechend auch das Angebot oder das Produkt anpassen.

[00:01:52] – Sabine Wiesmüller, Zeppelin Universität

Ja!

Die Entwicklung des Angebotes

Hier kannst du erkunden, wie das Angebot der Ackerpause vor und nach der Pilotphase aussieht. Klick dafür auf die Pfeile rechts und links von den Bildern:

Du hast miterlebt, wie wichtig es ist, ein neues Angebot zu testen.

Nun standen Julian und sein Team vor der Herausforderung, mehr Kunden bzw. Teilnehmende für ihr Angebot zu finden. Damit geht es zum nächsten Schritt beim sozialunternehmerischen Handeln: Zielgruppen erreichen. Schau dir in der nächsten Lektion an, wie genau die Ackerpause dabei vorgegangen ist.