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Unser Fallbeispiel – die Ackerpause

Und damit es konkret wird, schaust du dir dies anhand eines Fallbeispiels an, das dich auch in den nachfolgenden Lektionen begleiten wird. Du lernst die Erfolgsgeschichte der Ackerpause kennen. In nur zweieinhalb Jahren ist aus dem Projekt eines Vereins ein Sozialunternehmen mit 15 Mitarbeitenden geworden. Wie hat die Ackerpause das geschafft?

Das Team der Ackerpause 2021

Wie alles anfing

Die Ackerpause ist mittlerweile ein Sozialunternehmen. Doch angefangen hat sie als Projekt des gemeinnützigen Vereins Ackerdemia, jetzt als Acker e. V. bekannt. Mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel zu erreichen, das ist die Vision, auf die der Verein zunächst beim Ackern mit Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kindergärten hinarbeitet. Dann reift das Vorhaben: Gemeinsames Ackern, das könnte auch bei Erwachsenen viel bewirken! 


Die Idee der Ackerpause

Im nachfolgenden Video erfährst du von Julian, Mitinitiator der Ackerpause, mit welcher Idee das Projekt gestartet ist. Unsere Expert*innen ordnen ein, inwiefern Julian sozialunternehmerisch gehandelt hat:

[00:00:01] – Julian Siegmann, AckerCompany GmbH

Meine persönliche Motivation, die Ackerpause zu gründen, war im Prinzip eben, etwas auszuprobieren, etwas anzuschieben, was eine Wirkung entfaltet, am Ende des Tages. Die Vision war von Anfang an, dass wir eben mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel in der Gesellschaft erreichen wollen. Erlebnisse, positive Erlebnisse am Beet, dort etwas zu bewirken, das ist etwas, was ich sehr schön finde und mich antreibt, in der Richtung weiterzumachen.

Als es mit der Ackerpause losging, war ich bei Ackerdemia beschäftigt. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vorwiegend Bildungsprogramme für Kinder und Jugendliche zum Gemüseanbau an Schulen und Kitas anbietet. Das heißt, wir unterstützen bei den Pflanzterminen vor Ort und begleiten sie über das Ackerjahr. Die Ackerpause ist ein Unternehmen, das wir gegründet haben aus der Idee heraus, auch mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel eben in der Gesellschaft zu schaffen, aber dafür eine andere Zielgruppe – nicht bei Kindern und Jugendlichen, sondern bei Erwachsenen.

Am Anfang bestand die Idee darin, dass wir den Mitarbeitern in den Unternehmen eine Möglichkeit bieten, einen Bezug zum Thema Gemüseanbau zu bekommen und das Ganze mit Spaß bei der Sache verknüpfen. So eine kleine Pause am Beet, wo man mal über ein anderes Thema spricht, andere soziale Dynamiken stattfinden als im Meeting-Raum. Gemüse sähen, Teamgeist ernten.

Der Anfang ist im Prinzip auf unserem persönlichen Engagement und unserer Freizeit aufgebaut worden. Das sind eben ein paar extra Schleifen, die wir in einem kleinen Team, in einer kleinen Runde, gedreht haben, um zu schauen, wie wir das voranbringen können, das Projekt. Das war, glaube ich, schon eine große Herausforderung, das parallel zu den anderen Sachen, die auch bei Ackerdemia stattfanden, um da tatsächlich eine Perspektive zu schaffen: Damit können wir jetzt weiter machen.

[00:01:47] – Christopher Köhler, Zeppelin Universität

Da waren jetzt super viele Sachen dabei, die sozialunternehmerisches Handeln eigentlich kennzeichnen. Am Anfang steht die Idee, das soziale Problem zu erkennen, und sich dann Gedanken zu machen, was ist meine Zielgruppe, hat er ja auch gesagt, und dann entsprechend für die Zielgruppe die Angebote zu schaffen, die dann wiederum das soziale Problem einfach beheben, vielleicht nicht komplett, aber zumindest einen Beitrag dazu leisten, dass es besser wird.

[00:02:12] – Sabine Wiesmüller, Zeppelin Universität

Ich glaube an der Stelle ist auch ganz wichtig, nochmal hervorzuheben, dass sie ja nicht sofort das Unternehmen gegründet haben. Sie haben ja wirklich mit der Idee begonnen und das zeigt auch nochmal ganz schön, dass ein Sozialunternehmer auch schon ein Sozialunternehmer ist, bevor er das Unternehmen gründet. Also ich glaube, man kann abschließend einfach wirklich sagen: Er hat eine Chance gesehen, er hat die Chance ergriffen und ist einfach auch bereit gewesen, das Risiko einzugehen, da wirklich zu versuchen, ein Sozialunternehmen draus zu gründen und ich denke, das war eine sehr gute Idee.

[00:02:40] – Christopher Köhler, Zeppelin Universität

Ja – stark!

Sozialunternehmerisch zu handeln bedeutet also, mit einer eigenen Idee ein soziales Problem auf neue Weise anzugehen und dafür auch unternehmerische Risiken einzugehen in dem Sinne, dass man zunächst mit eigenen Ressourcen loslegt. 

Du hast die Idee der Ackerpause kennengelernt.

Nun geht es um einen zentralen Schritt beim sozialunternehmerischen Handeln: den Schritt von der anfänglichen Idee hin zum konkreten Angebot oder auch Produkt, das zur Lösung des sozialen Problems beitragen soll. Dieser Entwicklungsprozess lief nicht reibungslos bei der Ackerpause. Sieh selbst, was schief lief und was Julian und sein Team daraus gelernt haben.